Die andalusischen Landarbeiter

Geschichte, Lebenswelt, Handlungsstrategien

Specificaties
Paperback, 396 blz. | Duits
VS Verlag für Sozialwissenschaften | 0e druk, 2012
ISBN13: 9783322936332
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VS Verlag für Sozialwissenschaften 0e druk, 2012 9783322936332
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Samenvatting

Der Hauptzweck meines Forschungsaufenthaltes in Andalusien in den Jahren 1984 und 1985 war eigentlich nicht, die Lebenswelt der Landarbeiter zu erforschen. Ich war dorthin gekommen, um zusam­ men mit zwei Kollegen die Selbsthilfeorganisationen, bzw. die Produktivgenossenschaften dieser Region zu untersuchen, wie es der Titel unseres Projektes "Selbsthilfeorganisationen zur Linderung der ländlichen Arbeitslosigkeit in Andalusien" besagte. Von der Arbeits­ losigkeit betroffen waren hauptsächlich die Landarbeiter, die größen­ teils von der Arbeitslosenunterstützung und von wenigen Gelegen­ heitsarbeiten lebten; sie bildeten auch der Hauptanteil der Mitglieder der Genossenschaften in den verschiedenen Wirtschaftsbranchen. Doch die Bildung von Kooperativen war bei weitem nicht das einzige, was sie unternahmen, um sich aus ihrer schwierigen Lage zu befreien: Wie wir schon durch die Presse erfahren hatten, und die Landarbeiter informierten uns noch näher darüber, verfügten sie über mehrere "Strategien" mit dem Ziel, eine Verbesserung ihrer Situation zu er­ reichen. Ein rein "ökonomischer" Weg - wie die Kooperativen - war nicht selten in einen "politischen" Weg integriert und umgekehrt, wobei der zweitere häufig für Schlagzeilen in der lokalen und manchmal auch in der nationalen Presse sorgte. Landbesetzungen, Besetzungen von öffentlichen Gebäuden, Streiks und andere Aktionen sollten dem Zweck dienen, die Öffentlichkeit auf die dramatische Si­ tuation auf dem Land aufmerksam zu machen, um Hilfsrnaßnahmen zu erzwingen.

Specificaties

ISBN13:9783322936332
Taal:Duits
Bindwijze:paperback
Aantal pagina's:396
Druk:0

Inhoudsopgave

1. Die Arena des strategischen Handelns.- 2. Zur Bestimmung des strategischen Handelns.- 2.1. Die „Theorie der Strukturierung“ von Antony Giddens.- 2.2. Die Analyse des strategischen Verhaltens.- a) Der strukturelle Kontext des Handelns.- b) Individuelles und kollektives handlungsrelevantes Wissen.- c) Handlungsstrategien.- I. Teil Latifundien und Landarbeiter in der Geschichte Andalusiens.- 1. Die Herausbildung der andalusischen Agrarstruktur.- 1.1. Ursprünge des Latifundismus.- 1.2. Die Festigung der andalusischen Agrarstruktur: Ein „archaischer“ Kapitalismus?.- 2. Die andalusischen Landarbeiter.- 2.1. Arbeits-und Lebensbedingungen der andalusischen Landarbeiter aus historischer Sicht.- 2.2. Landarbeiter und Bauern.- 2.3. Klassen auf dem Land.- 2.4. Das politische Handeln der andalusischen Landarbeiter.- a) Die räumlich-zeitliche Dimension.- b) Handlungsformen.- c) Ziele der Arbeitskämpfe.- d) Die Arbeitsorganisationen.- 3. Die Landverteilung zwischen Utopie und Agrarreform.- 3.1. Der reparto: Gründe für einen Mythos.- 3.2. Die kollektivistische Richtung.- 3.3. Die liberalorientierte Richtung: die Agrarreform.- 3.4. Die Kollektivierungen als revolutionäre Lösung.- 4. Das ländliche Andalusien vom Franquismus bis heute.- 4.1. Die agrarische Gegenreform.- 4.2. Wie stabil ist der Latifundismus?.- 4.3. Der Latifundismus als soziales System.- 4.4. Die Landarbeiter zwischen Emigration und Arbeitslosigkeit.- a) Die Abwanderung.- b) Die Arbeitslosigkeit.- II. Teil Die Landarbeiter: Individuen und Kollektiv.- 1. Alltag und Lebenswelt der Landarbeiter: Theorie und Empirie.- 2. Die Kindheit eines Landarbeiters.- 2.1. Die Familie.- a) Familienbesitz.- b) Der Beruf des Vaters.- 2.2. Frohere Lebens-und Arbeitsbedingungen.- a) Der Hunger.- b) Das Leben in den „cortijos“.- c) Die Arbeit.- d) Kinderarbeit.- 2.3. Die Schule.- a) Die „Schule“ des cortijo.- b) Maestros de campo: die wandernden Lehrer.- c) Die Dorflehrer.- d) Maestros de escuela: die Schullehrer.- 3. Das Alltagsleben eines Landarbeiters.- 3.1. Die Arbeitserfahrung.- a) Die Laufbahn eines Landarbeiters.- b) Der Jahresablauf eines Landarbeiters.- 3.2. Wandernde Landarbeiter.- a) Die Emigranten auf Zeit.- b) Die Einzelgänger.- c) Die Daueremigranten.- 3.3. Die Überlebenskunst der Landarbeiter.- a) Buscar trabajo: auf die Suche nach Arbeit.- b) Der Lohn eines Landarbeiters.- c) Was die Landarbeiter unter paro verstehen.- d) Das Verhältnis Arbeit/Arbeitslosigkeit.- e) Die alltägliche Verwaltung der Arbeitslosigkeit.- f) Schattenwirtschaft und Schwarzarbeit.- g) La rebusca: die zweifache Olivenernte.- h) Sammeln und Jagen.- 4. Die Identität der Landarbeiter.- 4.1. Trabajo: Identität durch die Arbeit.- a) Die „natürliche“ Einstellung zur Landarbeit.- b) Die emotionale Identifikation mit der Landarbeit.- c) Die kognitive Identifikation mit der Landarbeit.- d) Die Ablehnung der Landarbeit.- e) Die bedingte Zustimmung zur Landarbeit.- 4.2. Paro: Die negative Identität.- a) Die Gewöhnung an Arbeitslosigkeit.- b) Die Würde der Landarbeiter.- c) Die arbeitslosen Landarbeiterinnen.- d) Die verallgemeinerte Hoffnungslosigkeit.- e) Die Chancen einer Abwehr.- 5. Das Kollektiv der Landarbeiter.- 5.1. Die Abgrenzung von den anderen Kollektiven.- a) Qualifizierte und weniger qualifizierte Landarbeiter.- b) Trabajadores fijos und jornaleros.- c) Jornaleros und colonos.- 5.2. Die Zerstörung des Kollektivs.- a) Der Beruf wird verlernt.- b) Der Verlust der kulturellen Identität.- c) Die absichtliche Zerstörung der Landarbeiterklasse.- d) Widerstandsabsichten.- III. Teil Die Handlungsstrategien der andalusischen Landarbeiter.- 1. Handlungsstrategien und strategisches Handeln: Definitorische Annäherung.- 2. Die Produktivgenossenschaften aus der Sicht der Landarbeiter.- 2.1. Die Produktivgenossenschaften als ideeller Unternehmungstyp.- a) Der „genossenschaftliche Kapitalismus“.- b) Die langfristigen Ziele einer Produktivgenossenschaft.- c) Die Kooperative als Arbeits- und Lebensgemeinschaft.- 2.2. Die Produktivgenossenschaften vor den Zwängen des Alltags.- a) Die Verantwortung des Staates.- b) Der fehlende „Geist des Kooperativismus“.- c) Die Entzauberung.- 3. Das politische Handeln der Landarbeiter.- 3.1. Die politischen Organisationen der Landarbeiter.- a) Die politische Laufbahn des Landarbeiters Gonzalo S..- b) Die politischen Organisationen.- c) Die politischen Gegner der Landarbeiter.- 3.2. Die Definition der kollektiven Ziele.- a) Die Agrarreform.- b) Die kurzfristigen Ziele.- c) Exkurs: Der Schutz der Natur aus der Sicht der Landarbeiter.- 3.3. Die Formen des kollektiven Handelns.- a) Die Frage der Gewalt.- b) Die Landarbeiter vor der Justiz.- c) Der Streik.- d) Der Hungerstreik.- e) Die Landbesetzungen.- Fallbeispiel: Landbesetzung als Routine-Handlung.- f) Andere Aktionsformen.- g) Der Kampf gegen die Landmaschinen.- Schlußbemerkungen.- Zur Methode dieser Arbeit.- Auflistung der Interviewten.- Bibliographie.
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