Von der Kollegialität zur Hierarchie?
Eine Analyse des New Managerialism in den Landeshochschulgesetzen
Samenvatting
Otto Hüther legt mit dieser organisationssoziologischen Arbeit eine S- die über die Governance-Mechanismen der deutschen Landeshochschulgesetze vor, die es erlaubt, anhand einer klaren und nachvollziehbaren Klassi?kation zu einer Gesamtbewertung und Einschätzung der den einzelnen Hochschul- setzen inhärenten „Governance-Philosophie“ zu gelangen. Mit seiner Analyse des „New Managerialism“ in den Landeshochschulgesetzen der Bundesre- blik Deutschland will der Autor – ausgehend von dem Reformdruck, dem die deutschen Hochschulen seit spätestens Mitte der 1990er Jahre in vielen Ber- chen unterliegen – eine Forschungslücke füllen, die sich seit dem weitgehenden Rückzug des Bundesgesetzgebers im Jahr 1998 aus der Rahmengesetzgebung für die Hochschulen Deutschlands aufgetan hat: Die Landesgesetzgeber haben den sich damit ergebenden Möglichkeitsraum für eigene Gesetzesvorlagen sehr weitgehend genutzt, ohne dass bisher diese Regelungen der Landeshochsch- gesetze einer eingehenden oder gar vergleichenden Analyse unter Governance- Perspektiven unterzogen wurden. Diese Analyse vollzieht sich vor dem Hintergrund, dass gegenwärtig Ho- schulen zunehmend in handlungs- und entscheidungsfähige Akteure transf- miert werden, die sich eigene Ziele setzen, eigene Strategien verfolgen und die dafür erforderlichen Strukturen aufbauen. Diese Entwicklung ist keineswegs auf Deutschland beschränkt, sondern lässt sich in ganz unterschiedlichen nat- nalen Hochschulsystemen beobachten; im Vergleich zu anderen Systemen gilt Deutschland hier eher als „late comer“, wie Uwe Schimank dies bereits 1995 tre?end charakterisiert hat. Als Teil dieses Transformationsprozesses nimmt die allgemeine Rechenschaftsp?icht der Organisation zu. So werden Univer- täten durch formale Qualitätskontrollen, Hochschulrankings und -evaluationen sowie Zielvereinbarungen zunehmend als Gesamtorganisation adressiert.

